F. Jahrhundertwanderungen

14. September - 8. Dezember 2019

Dorit Bearach, Marguerite Blume-Cárdenas, Anne-Françoise Cart, Gabi Dahl, Sonja Eschefeld, Angela Fensch, Marianne Gielen, Margrit Gloger, Elli Graetz, Karin Gralki, Catrin Große, Kirsten Grundler, Sylvia Hagen, Christine Hielscher, IngOhmes, Eva-Maria Mehrgardt, Liz Mields-Kratochwil, Eva Paul, Ulrike Rosenbach, Maren Strack, Karin Tiefensee, Dorit Trebeljahr, Heidi Vogel, Rosemarie Vollmer, Anke Weßling

 

Eröffnung: 14. September 2019, 16 Uhr
Schloss Neuhardenberg

Eine Ausstellung der GEDOK Brandenburg in Kooperation mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg, Dr. Martina Münch mit Arbeiten von 25 Künstlerinnen zu 200 jahre Theodor Fontane.

Gefördert durch den Sparkassen-Kulturfonds und das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg
 
Kunstausstellung anlässlich des 25. Gründungsjubiläums der GEDOK Brandenburg e.V. und des 200. Geburtstags von Theodor Fontane 2019 in der Ausstellungshalle von Schloss Neuhardenberg
 
Öffnungszeiten: Di – So, sowie an Feiertagen von 10 – 18 Uhr
(Ab 1. November  Mi – So 11 -16 Uhr)
Eintritt: 5,- € / ermäßigt 3,-€ 

Präsentiert von kulturradio (rbb), Tagesspiegel und tip Berlin 
Projektleitung: Christine Düwel 

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog gefördert von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung: F. - Jahrhundertwanderungen,72 Seiten | 25 Farbabb., 9 Schw.-Weißabb.; Preis: 15 Euro ISBN 9783934532885

 

PRESSEMITTEILUNG

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Aus der Pressemitteilung:

In der Ausstellung geht es nicht um die Illustration oder die Deutung von Fontanes Werken, sondern vielmehr um das Erleben von Literatur, die geistige und emotionale Anregungen gibt und so mittelbar Einfluss auf künstlerische Ausdrucksformen nimmt.
Das in Fontanes Werken beschriebene Rollenbild der Frau, die Enge, die Unfreiheit, die Verletzlichkeit und der Stolz sind beispielsweise in Bildern von Heidi Vogel, Elli Graetz und Sonja Eschefeld thematisiert. Die in Melancholie und Verzweiflung, Depression und Aggression getriebene Frau, deren Willen und Gefühle stets gebrochen wurden, stehen – symbolisiert durch eine Schaukel – sowohl bei der Videokünstlerin Ulrike Rosenbach als auch bei der Bildhauerin Dorit Trebeljahr im Mittelpunkt. Kirsten Grundler findet in ihren Gefäßen bildnerische Entsprechungen für Anmut und Zerbrechlichkeit. Eva-Maria Mehrgardt beleuchtet in dokumentarisch verwendeten Fotografien allgemein gesellschaftliche Rollenbilder und ihre Veränderungen.
Mit Collagen und Montagen stellt Anne-Françoise Cart die Frage nach dem Freiheitsbegriff zwischen Entgrenzung und Einsicht in Notwendigkeiten. Künstlerinnen wie Karin Gralki knüpfen dagegen in Grafiken an konkrete Texte Fontanes an. Einige der Künstlerinnen haben die Landschaft als Raumerfahrung in ihrer geologischen, geografischen, sozialen, geschichtlichen und kulturellen Veränderung reflektiert. Sie öffnen wie Liz Mields-Kratochwil mit Stelen aus gefärbtem Acrylglas, Karin Tiefensee mit linearen Geflechten und farbigen Flächenformen, Christine Hielscher mit lyrisch anmutenden Impressionen im weiten Spektrum von Schwarz und Weiß oder Rosemarie Vollmer mit steckbriefartig zusammengefügten Tableaus persönliche Zugänge zur brandenburgisch-märkischen Landschaft. Gabi Dahl nimmt formende Rhythmen und Strukturen auf, um sie in großformatigen Farbholzschnitten eigenen Gesetzen zu unterwerfen, während Anke Weßling Farbschichten zu atmosphärischen Anmutungen von Nebel, Wasser und Wiesen werden lässt. Die Farblandschaften von Eva Paul oder die wie im Gegenlicht fotografierten Motive von IngOhmes scheinen Weite und Unendlichkeit auszudrücken. Ebenfalls mit dem Medium der Fotografie, jedoch auf Persönlichkeiten und Identitäten fokussiert, nähert sich Angela Fensch dem Thema an. Die Untrennbarkeit von Landschaft und Geschichte, die Landschaft als stumme Zeugin von Krieg und Gewalt thematisieren Marianne Gielen und Dorit Bearach. Die Parallelen zwischen dem Rhythmus von Sprache und der Bewegung des Wanderns haben Maren Strack zu ihrer ironisch-witzigen Gehmaschine inspiriert. Margrit Gloger stellt dem Begriff des Wanderns das Bild der modernen Völkerwanderungen gegenüber, der Flüchtlingsströme des 20. und 21. Jahrhunderts, den Verlust von Heimat, das Nirgendwo. Für die Auflösung fester Ordnungen und das Vergängliche steht auch das plastische Werk von Sylvia Hagen. Berührt von den persönlichen Schicksalsschlägen Theodor Fontanes hat Catrin Große Verlust und Trauer zum Thema ihrer sensiblen und zugleich spannungsvollen Grafiken gemacht. Und Marguerite Blume-Cárdenas findet in ihren Skulpturen Metaphern für widerstrebendes Aufbäumen gegen Schmerz, Leid und Tod.

Die Themen Fontanes haben nichts an Aktualität eingebüßt und bilden einen reichen Quell für den lebendigen bildkünstlerischen Diskurs im Hier und Heute. Zu diesem regen die GEDOK Brandenburg und die Stiftung Schloss Neuhardenberg an, wenn sie aus Anlass des 25. Gründungsjubiläums der GEDOK Brandenburg und des 200. Geburtstages von Theodor Fontane das gemeinsame Ausstellungsprojekt F. – Jahrhundertwanderungen mit unterschiedlichen künstlerischen Positionen zeigen.