Aufbruch

13. Oktober bis 4. Dezember 2016

Marguerite Blume Cárdenas | Anne Francoise Cart | Corinna Dahme | Christine Düwel | Sonja Eschefeld | Angela Fensch | Marianne Gielen | Elli Graetz | Karin Gralki |Ingrid Hartmetz | Christine Hielscher | Gudrun Kühne | Bettina Mundry | Ulrike Rosenbach | Cornelia Schlemmer | Gudrun Schlemmer | Jutta Schölzel | Karin Tiefensee | Heidi Vogel | Astrid Weichelt

Do - So von 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

Ausstellungseröffnung   Donnerstag, 13. Oktober 2016 | 18 Uhr

Begrüssung                     Dr. Gerlinde Förster | Christine Düwel

Einführung                      Jaana Prüss, Interdisziplinäre Kunstvermittlerin

Musik                              Ricarda Baubkus, Campanula                       

"Aufbruch" heißt die neue Gemeinschaftsausstellung der GEDOK Brandenburg, in der 20 künstlerische Positionen vorgestellt werden, die sich inhaltlich auf das Jahresprojekt der GEDOK Brandenburg
"Aufbruch! 100 Gesichter – 100mal Heimat"
beziehen. Die von einer Jury der GEDOK Brandenburg ausgewählten 20 Künstlerinnen – insgesamt standen 80 Werke zur Wahl - stellen mit ihren Arbeiten teils abstrakte, teils sehr persönliche und subjektive, aber immer ergreifende Sichtweisen vor. Sie gehen den Fragen des Woher und des Wohin nach, wobei so manche Frage offenbleibt. Die große Bandbreite reicht bis zu Fragen von gesellschaftlichen Aufbrüchen und wird auf sehr unterschiedliche Weise künstlerisch umgesetzt. Sie reicht von Malerei, Installation, Video, Bildhauerei, Keramik, Grafik über Plastik bis zum Foto.

Einige Künstlerinnen, wie Marianne Gielen und Corinna Dahme, beschäftigen sich mit der Natur, die jedes Jahr von neuem aufbricht, die sich verändert. Viele befassen sich mit dem Körper, der menschlichen Gestalt, die Ausdruck des Wandels ist, zum Beispiel Marquerite Blume Cárdenas und Ulrike Rosenbach. Andere, wie Bettina Mundry und Anne Cart, setzen sich mit ganz persönlichen und teilweise auch sehr weiblichen Aufbrüchen auseinander. Einige wiederum bleiben abstrakt und konzeptionell in ihren Aussagen. So will Astrid Weichelt vor allem den Moment zwischen Abbruch und Aufbruch festhalten – und verwendet dafür alte Bauzeichnungen für ein offenbar nie verwirklichtes Projekt. Ähnlich ist die Intention von Christine Düwel. Für ihre Arbeit „this way“ behandelt sie einen Alltagsgegenstand als Kunstwerk. Ihr Holzwegweiser – aus alten Europaletten - lässt alle Richtungen der Veränderungen offen. Vor dem Aufbruch steht der Moment der Ungewissheit.

Wer kennt das nicht? Aufbrüche gibt es in jedem Leben, in jeder Biografie. Diese Tatsache zu reflektieren und sich den Fragen zwischen Altem und Vertrautem, zwischen Brüchen, Unbekanntem und Neuem zu öffnen, die mit dem Aufbruch zusammenhängen, leisten die ausgestellten Arbeiten in der Galerie Kunstflügel in Rangsdorf. Sie stellen interessante und anregende Perspektiven dar.

 

 

 

 

 

Erwartung

28. August bis 9. Oktober 2016

Irmard Merkens | Sabine Heller

Malerei | Keramische Plastik Do - So von 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

Ausstellungseröffnung   Sonntag, 28. August 2016 | 15 Uhr

Begrüssung                     Dr. Gerlinde Förster, Kunstwissenschaftlerin

Einführung                      Anke Zeisler, Kunstwissenschaftlerin

Musik                              Antje Thierbach, Oboe
                                       Susanne Stock, Akkordeon

 

„Erwartung“ heißt die neue Ausstellung, mit der die GEDOK Brandenburg nach der Sommerpause in das zweite Halbjahr 2016 startet. Vom 28. August bis zum 9. Oktober sind in der Galerie Kunstflügel im GEDOK-Haus  Rangsdorf Werke von Sabine Heller (Keramische Plastik) und Irmgard Merkens (Malerei) zu sehen.

„Gesten habe ich bei meinen Figuren nicht so gern. Das Wichtigste, was ich für meine Figuren wünsche ist, dass sie eine  Seele bekommen“, sagt Sabine Heller, Jahrgang 1956. Nach ihrem Studium an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee erfuhr die Berlinerin wichtige Impulse in der Künstlergemeinschaft auf Burg Goldbeck. Bis heute favorisiert die seit einigen Jahren in Sieversdorf lebende und arbeitende Künstlerin den Ton als ihren wichtigsten Ausdrucksträger. Die Arbeitsspuren bleiben sichtbar und werden Teil der ästhetischen Wirkung ihrer - oftmals weiblichen – Figuren.

„Meine künstlerischen Arbeiten beziehen sich immer auf eigenes Erleben oder Ereignisse im öffentlichen Raum.“ Flucht vor Elend und Gewalt, so Irmgard Merkens, gebe es seit biblischen Zeiten. Dennoch schien bisher das derzeitige Ausmaß im 21. Jahrhundert unvorstellbar. Deshalb lege die Malerin ihrer künstlerischen Arbeit dieses Thema für die nächste Zeit zu Grunde. Die Künstlerin bezieht sich auf das Jahresthema 2016 der GEDOK Brandenburg, das „Aufbruch“ heißt. „Aufbruch und Erwartung sind ein Wortpaar, das sich inhaltlich zusammenfügt und mich bewogen hat, mich für diese Ausstellung in Rangsdorf zu bewerben“ erklärt Irmgard Merkens, die die Kraft der Farben meisterhaft einsetzt.

Gespräche in der Ausstellung mit

 

Irmgard Merkens und Sabine Heller

über Erwartungen an das eigene Tun und an die Wirkung von künstlerischer Arbeit in der Gesellschaft

Moderation: Gisela Zimmer, Journalistin

09. September 2016  | 19 Uhr

 

10. September 2016  | Irmgard Merkens   14 - 18 Uhr

09. Oktober 2016      | Sabine Heller        14 - 18 Uhr

 

 

 

 

Spannung zwischen Köpfen und Strichen

3. April bis 12. Juni 2016

Doret-Nanette Grzimek | Günter Blendinger

Keramische Plastik | Malerei und Grafik Do, Fr , So 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

Ausstellungseröffnung   Sonntag, 3. April 2016 | 15 Uhr

Einführung                      Dr. Gerlinde Förster, Kunstwissenschaftlerin

Musik                              Rainer Volkenborn, Bandoneon

Eine Idee, ein Traum – und eben die Eindrücke liegen ihren Arbeiten zu Grunde. Daraus entwickeln sich manchmal auch Arbeiten in Folge. So beschreibt Doret-Nanette Grzimek ihre Herangehensweise. Die gebürtige Erfurterin, Jahrgang 1950, erstaunt immer wieder mit ihren künstlerischen Anspruch. Zwar ist im Grunde die Technik immer gleich: Schamotteton, frei aufgebaut, wird mit Oxiden behandelt oder in Fayencetechnik bemalt. Wie es jedoch der national und international anerkannten Keramikerin immer wieder neu gelingt, das unscheinbare Material zum Leben zu erwecken,  bleibt ihr Geheimnis.

Hat die heute im Oderbruch lebende Künstlerin anfangs hauptsächlich benutzbare Einzelstücke in Fayencetechnik kreiert, so wendet sie sich zunehmend dem Figürlichen zu. Angeregt durch Reisen in fremde Kulturen entstanden die Arbeiten. Doret-Nanette Grzimek erlernte in Meißen den Beruf als Kunstporzellanmodelleurin, bevor sie an der Kunsthochschule Berlin Weißensee bei Heidi Manthey, Gottfried Löffler und Werner Stötzer studierte.

Es sind ab 1987 vor allem Köpfe, die die Künstlerin inspirieren. „Die Eindrücke wurden nicht gleich von mir verarbeitet, sondern ‚reiften’ erst“, sagt Doret-Nanette Grzimek. Ihre keramischen Plastiken seien also keine speziellen Abbilder oder Porträts, sondern die Summe von Wahrnehmungen, Empfindungen in Verbindung mit der Technik, die sie anwende.  So kann man sich in der neuen Ausstellung in Rangsdorf auf eine bunte Vielfalt freuen, auf skurrile Köpfe, bemalte Fliesen, glasiert oder unglasiert, bemalt oder in braunem Schamotte-Ton.

Manche Kunstfreunde werden sich an Doret-Nanette Grzimek erinnern: 1999 zeigte sie, die zu den Gründungsmitgliedern der GEDOK Brandenburg gehört, in der Galerie Kunstflügel bereits einen Ausschnitt aus ihrem künstlerischen Schaffen. Nun ist sie wieder in Rangsdorf.

 

Auf den Zeichnungen von Günter Blendinger, die der Maler und Grafiker aus Zepernick für die neue Ausstellung im Kunstflügel ausgewählt hat, zeigt er Menschen. Fast wären diese Zeichnungen völlig in Vergessenheit geraten, meint der Künstler. Wiedergefunden sollen sie nun erstmals einem Publikum vorgestellt werden. Dazu plant Blendinger in der Galerie noch etwas größere Malereien auszustellen, die Innenräume zeigen.

Der 1945 in Meuselwitz geborene Künstler nahm nach seiner Berufstätigkeit als Kraftfahrer und Maschinenbauer in Berlin Weißensee ein Studium auf. Mit den Lehrern Arno Mohr, Werner Klemke und Axel Bertram an seiner Seite erhielt er beste Förderung, ja durch sie wurde sein Schaffen wesentlich geprägt. Oft trifft man ihn mit Nadel und Platte an, weil er unterwegs Studien betreibt. Seine Radierungen entstehen gleich vor Ort, und nicht, wie üblicherweise, im Atelier nach Skizzen. Den Strich mit der Radiernadel beherrscht er souverän, doch nichts gerät bei ihm zur Routine. Sein sperriger Strich, so sagen Kunstkritiker, will lange betrachtet werden, nicht zuletzt, um mögliche Botschaften zu entschlüsseln.

Während seine Lithografien, Radierungen, Zeichnungen in der Kunstszene längst überzeugten, ließ sich Günter Blendinger mit der Malerei Zeit. Erst 2005 stellte er in der Pankower Galerie am Amalienpark vorrangig Gemälde aus – und ließ sich genau zu seinem 60. Geburtstag als Maler entdecken.

Zwei Künstler zeigen ihr Werk in der Galerie Kunstflügel Rangsdorf, die unterschiedlicher nicht sein können. Jedenfalls, was die Technik und Arbeitsweise betrifft. Das sorgt für einen interessanten Kontrast. Wer genauer hinschaut, der merkt: Grzimek und Blendinger ähneln sich in ihrem Wesen. Sie sind genaue Beobachter, präzise Arbeiter, konzentrieren sich auf das Wesentliche und blicken Menschen in die Seele. Daraus entsteht in den Räumen der Galerie Kunstflügel ein Spannungsfeld, das zu erleben, alle eingeladen sind. E.H.

Gespräche in der Ausstellung mit

DORET-NANETTE GRZIMEK
am 16. April und am 1. Mai 2016

und

GÜNTER BLENDINGER
am 30. April und 12. Juni 2016

jeweils von 14 bis 18 Uhr

 

GEGENÜBER

24. Januar bis 20. März 2016

Linde Bischof | Gisela Eichardt

Malerei und Grafik | Skulptur Do, Fr , So 14 - 18 Uhr und nach Vereinbarung

 

Ausstellungseröffnung   Sonntag, 24. Januar 2016 | 15 Uhr

Begrüßung                      Dr. Gerlinde Förster, Vorsitzende des GEDOK-Landesverbandes

Einführung                      Kathrin Schrader, Journalistin und Autorin

Musik                              Susanne Stock, Akkordeon

 

Der Ausstellungstitel ist programmatisch. Ob Malerei, Grafik und Plastik - Linde Bischof und Gisela Eichardt fühlen sich mit ihrem künstlerischen Anspruch eng verbunden, setzen diesen jedoch völlig unterschiedlich um. Somit ergeben sich spannungsvolle Kontraste aus der Unterschiedlichkeit künstlerischer Wahrnehmung.

Gisela Eichardt widmet sich seit Jahren sehr intensiv dem Holz. Schicht um Schicht rückt sie mit Hammer, Stechbeiteln und Meißel dem Holz zu Leibe, immer getrieben von dem Wunsch, Gefühle, Lebenssituationen und Befindlichkeiten zum Vorschein zu bringen. Die Suche nach Brüchen und Dualitäten mit Hilfe von Wandlung und Verfremdung beherrscht ihr Werk. Darin sieht die gebürtige Jenaerin, die in Mainz Freie Kunst studierte und Meisterschülerin von Professor Christa Biederbick war, eine Möglichkeit, die innere Zwiespältigkeit des Menschen darzustellen. Die heute in Berlin lebende und arbeitende Künstlerin steht dazu, im Unperfekten den wahren Ausdruck zu finden. Ecken und Kanten gehören dazu. Damit wird gewissermaßen sichtbar, was einen Menschen ausmacht.

„Mit Gisela Eichardt verbindet mich die Sicht auf den verletzbaren Menschen, dessen Stärke und Schönheit immer wieder bewusst bleiben und gefeiert werden muss“, so Linde Bischof. Geboren 1945 in Wasungen, fühlte sie sich in jungen Jahren unter anderem von Hans Holbein und Käthe Kollwitz besonders angezogen. Sie studierte bei Professor Arno Mohr an der Kunsthochschule Berlin Weißensee. Seit 1973 lebt und arbeitet die renommierte Malerin und Grafikerin in Berlin. Sie portraitierte Persönlichkeiten wie Ruth Werner, Wilhelmine Schirmer-Pröscher, Wieland Herzfelde. Zahlreiche Bilder und Studien entstanden auf Reisen. Darunter sind Porträtstudien und Tierzeichnungen, aber Bilder auch zum Thema Krieg und Vertreibung. Auch in der heutigen Zeit, so erklärt Linde Bischof, sei Schönheit und Verletzlichkeit, Rechtschaffenheit, Liebe und Unschuld immer wieder von Rohheit, Gedankenlosigkeit, Gewalt und Zerstörung bedroht – „letzten Endes alles Menschenwerk“.

Die Ausstellung ist bis zum 20. März immer donnerstags, freitags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr oder nach telefonischer Vereinbarung zu sehen.

Gespräche in der Ausstellung mit

LINDE BISCHOF
am 14. und 21. Februar 2016

und

GISELA EICHARDT
am 19. und 28. Februar 2016

 jeweils von 14 bis 18 Uhr

 

14. Februar 2016 | 15 Uhr
Ulrich Karlkurt Köhler
 | Grafiker und Autor

liest Texte und Kurzgeschichten zur Ausstellung

 

 

 

20. März 2016 | 15 Uhr

GEGENÜBER. Finissage mit Texten zu Bildnissen

WERKSTATT-LESUNG mit Michael Meinicke
in der Galerie Kunstflügel im GEDOK-Haus Rangsdorf

 

 

 

 

 

 

San-Yang-Kai-Tai Drei Ziegen bringen Wohlstand

25. Oktober bis 6. Dezember 2015

Stefani Peter | Brigitte Potter-Mael | Franziska Uhl

Malerei | Grafik | Plastik Mi - Fr und So 14 - 18 Uhr


Ausstellungseröffnung   25. Oktober 2015 | 15 Uhr

Begrüßung                    Dr. Gerlinde Förster, Vorsitzende des GEDOK-Landesverbandes

Einführung                    Jaana Prüss, interdisziplinäre Kunstvermittlerin

Musik                            Bettina Mross (Violine) | Heide Gisela Richter (Violoncello)
                                    Gerhard A. Schiewe (Akkordeon)

 

Vor Jahren stellten die befreundeten Künstlerinnen Stefani Peter (geb.1955), Brigitte Potter-Mael (geb. 1943) und Franziska Uhl (geb. 1967) fest, dass sie nach dem Chinesischen Horoskop im Zeichen der Ziege geboren wurden. 2015 ist das Jahr der Ziege und damit für die Künstlerinnen ein willkommener Anlass, der Ziege eine gemeinsame Ausstellung zu widmen. Die drei Ziegenfrauen überraschen mit einer ebenso ungewöhnlichen wie charmanten Präsentation, die uns dieses dem Menschen seit altersher vertraute Tier in seinen vielfältigen Aspekten auf künstlerische Weise nahe bringt. Der Titel „Drei Ziegen bringen Wohlstand“ bezieht sich auf das alte chinesische Sprichwort „San-Yang-Kai-Tai“, das als Glückssymbol gilt.

Stefani Peter lebt seit 15 Jahren in Vancouver. Nach ihrem Kunststudium in Nürnberg betreibt die aus Thüringen stammende Künstlerin seit 2003 dort die Aion Art Gallery. In ihren Tagesbildern im Postkartenformat setzt sie sich in vielfältigen Variationen zeichnerisch und malerisch mit dem Thema "Ziege" auseinander. Auf der Grundlage von drei Umrissen - Wasser-Ziege (Brigitte Potter-Mael), Feuer-Ziege (Franziska Uhl ), Holz-Ziege (Stefani Peter) - entstanden bis jetzt seit Beginn des Jahres der Ziege 240 Arbeiten, die jeweils zu 30 Tagen zusammengefasst ausgestellt werden. An dieser Arbeit wird wie in den Serien "Chronos" und "Kairos" oder in den Tagesbüchern, Stunden- und Minutenskizzen einmal mehr deutlich, dass es Stefani Peter um das Phänomen Zeit geht. 

Ebenfalls aus Vancouver ist Brigitte Potter-Mael. Sie konzentriert sich in ihren künstlerischen Arbeiten auf Kräuter und Nahrung der Ziegen. Diese Werke stehen im direkten Kontakt zu ihrer seit Jahren intensiven Auseinandersetzung mit Botanik. Seit 1977 lebt die aus Langenau bei Ulm stammende Künstlerin in Kanada. Bei der Vorbereitung dieser Ausstellung ist sie auf Rosa Luxemburg gestoßen, die 1871 geboren, ebenfalls eine Ziegenfrau war. Was kaum bekannt ist, fühlte sich Rosa Luxemburg Zeit ihres Lebens der Natur und Botanik eng verbunden. Zitate der Politikerin belegen dies. Brigitte Potter-Mael hat einige ausgewählt und handschriftlich – ohne Punkt und Komma – als Teil ihrer Blattfolge „Ziegenfutter“ Rosa Luxemburg  gewidmet. Darüber hinaus werden von ihr weitere, von den Wundern der Botanik inspirierte Zeichnungen und Grafiken zu sehen sein.

Die dritte Ziegenfrau im Bunde ist Franziska Uhl. Sie kommt ursprünglich aus Erlangen Nach dem Kunststudium in Bremen und Dresden sowie verschiedenen Zwischenstationen – unter anderem in Kanada – hat sie nun ihr Atelier auf der polnischen Seite der Oder in Kunice. Ihren Arbeiten in der Ausstellung liegen Radierungen mit verschiedenen Ziegenmotiven zu Grunde, die sie durch das Einfügen von Texten und anderen Materialien sowie farbigen Übermalungen zum Unikat werden lässt. Im Betrachten und Lesen erfährt man dann Wissenswertes, Erstaunliches, Sinniges wie Unsinniges über das Wesen der Ziege. Passend zum Ausstellungstitel hat sie noch eine Gruppe von drei kleinen Bronzeziegen geschaffen.

So ungewöhnlich wie der Titel der Ausstellung, so ungewöhnlich – dabei die Blicke fangend  - sind die Werke des Künstlerinnentrios. Auf jeden Fall wird klar: Ziege ist nicht gleich Ziege und unbedingt anders als gedacht.

5. November | 14 - 18 Uhr
Gespräche in der Ausstellung mit Brigitte Potter-Mael und Fransika Uhl

 

 

 

 

Corpus Color

30. August bis 11. Oktober 2015

Egon Bresien | Jutta Schölzel

Malerei | Grafik | Plastik Mi - Fr und So 14 - 18 Uhr

Der Titel der Ausstellung „corpus – color“ in Rangsdorf zeigt die unterschiedlichen Wege der beiden Künstler auf. Während Jutta Schölzel der Körper, in erster Linie der menschliche Körper, interessiert und Gegenstand ihrer Plastiken und Grafiken ist, hat sich Egon Bresien der Farbe in Fläche und Struktur verschrieben.

Jutta Schölzel, freischaffend in Berlin lebende Bildhauerin und Grafikerin, stellt Kaltnadelradierungen und Plastiken aus. Sie entstanden durch Anregungen aus dem Material selbst, aus Begegnungen, durch Literatur. Hockend, stehend, sitzend – die Haltungen ihrer Figuren geben wider, was uns allen eigen ist. Ihre Arbeiten zeigen die brüchigen Flächen des Steins im Gegensatz zu den runden weiblichen Formen. Daran schließen sich die kompakten und zugleich verletzlich erscheinenden Formen der Terrakotten an, die durch den Raku-Brand ihre einzigartige Oberfläche erhalten. Schölzel, sie befasst sich oft und gern mit der Antike, zitiert dazu Novalis: „Die Steine und Stoffe sind das Höchste – der Mensch ist das eigentliche Chaos.“ Und die Künstlerin fragt: „Was ist faszinierender als genau dieses Chaos? Es ist ein Abenteuer, mich ihm zu nähern“.

„Für meine Arbeiten habe ich kein Konzept“, sagt Egon Bresien. Der 1932 in Stettin geborene Maler und Grafiker aus Berlin meint, seine Arbeiten beinhalteten Strenge und ernsthaft Spielerisches im Wechsel, Skurriles zur Entspannung. Kunstkritiker sind sich einig, dass man selten so klar wie in seinen Arbeiten sehe, dass das Zeichnen eines der Ur-Instrumente ist, die Welt zu erfragen und zugleich die eigene Welt zur Anschauung zu bringen. Bresiens Arbeiten zeigen eine poetische Sicht der Dinge, oft mit direktem Bezug zu literarischen Themen. Wichtige Begegnungen mit der Literatur sind die mit dem Werk von Samuel Beckett, Johannes Bobrowski oder Friederike Mayröcker.

 

 

Klangspuren und Wegmarken

12. April bis 14. Juni 2015

Christine Düwel | Anne-Françoise Cart

Zeichnung und Installation | Malerei und Collage Mi - Fr und So 14 - 18 Uhr

Ausstellungseröffnung: 12. April | 15 Uhr

Anne-Françoise Cart und Christine Düwel entwickeln in den oktogonalen Räumen der Galerie Kunstflügel einen Resonanzraum von Oberflächen, Farben, Linien und Zeichen.

Die malerischen Arbeiten von Anne- Françoise Cart wie die Zeichnungen und Installationen von Christine Düwel verfolgen Spuren des Alltäglichen, des Empfundenen, Gedachten, Erlebten und Gehörten und verdichten sich zu Wegmarken, zu Markierungen individueller Lebenswege.

Anne- Françoise Cart, geboren in Burundi, wuchs in der Schweiz und in Indien auf. Nach ihrem Textildesignstudium in Luzern lebt und arbeitet die freischaffende Künstlerin seit 1991 in Deutschland, zuerst 18 Jahre in Bad Belzig.  2000 war sie im Kosovo am sozialen Wiederaufbau mit einem Kinder- und Jugendprojekt beteiligt. Seit 2013 lebt und arbeitet sie in Berlin. Diverse Studienreisen und Arbeitsaufenthalte führten sie rund um den Globus. 

Auch Christine Düwel kann auf eine internationale Ausstellungstätigkeit verweisen. Die in Berlin lebende und arbeitende Bildhauerin und Grafikerin war Meisterschülerin bei Alfred Hrdlicka an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien. Seit 1995 ist sie als Künstlerin freiberuflich tätig. In ihre Arbeiten fließen all ihre Erfahrungen ein, z.B. aus ihrer Liebe zur Musik, dem Studium der Philosophie und Kunstgeschichte. Schrift, Zeichen, Klang und Stimmen sind für sie Grundthemen in der künstlerischen Auseinandersetzung. Ihre Zeichnungen und Installationen leben von der Verbindung ausgesuchter Noten, fragmentierter Texte, komponierter Linien und Zeichen. Als Untergrund dienen häufig Papiere, Seide und in dieser Ausstellung auch Schallplatten. Bei ihr wird „das gute alte Speichermedium Schallplatte zu etwas Blumigen“. Blumen, Klänge und Textfragmente ergänzten sich. In diesem Sinne führen ihre imaginären Klangspuren in den Raum und bilden einen Kontrapunkt zu den Kunstwerken von Anne- Françoise Cart.

Für die Malerin sind die Arbeiten Ergebnis eines Prozesses von Schichtungen und Überlagerungen unterschiedlicher Materialien, Zeichen und Farbklänge. Ihre Malerei stehe für eine seelische, wesenhafte und geistige Spurensicherung ihrer Wahrnehmung und zeige Bilder in hoher Abstraktion. Als Beispiel kann „In between 2015“ aufwarten -  mit einer interessanten Mischtechnik aus Kaffeepads, Asphalt, Papier, Ölkreiden sowie Gold auf Bütten.

Während Anne-Françoise Cart ihre Arbeiten in der Galerie Kunstflügel im GEDOK-Haus zum ersten Mal umfangreicher ausstellt, war Christine Düwel im Jahr 2009 schon einmal mit der Personalausstellung „Zeitläufe“ in Rangsdorf, damals noch in den alten Räumen in der Seebadallee 50.

Führungen und Gespräche in der Ausstellung mit
Anne-Françoise Cart:
26. April und 17. Mai | 16 Uhr
Christine Düwel : 3. und 29. Mai | 16 Uhr

 

 

 

sehen und bewegen

25. Januar bis 29. März 2015


Liz Mields-Kratochwil

Plastik und Zeichnungen Mi - Fr und So 14 - 18 Uhr

 

Ausstellungseröffnung: 25. Januar 2015 | 15 Uhr

 

Die Bildhauerin Liz Mields-Kratochwil zeigt Arbeiten, die von ihren Reisen in entfernte Länder inspiriert sind. „Sehen und bewegen“ meint das Zusammenspiel verschiedener Sichtweisen wie die Bewegung von einem Ort zum anderen – beim Reisen – oder eine Bewegung zur Abstraktion und zu einer verarbeiteten künstlerischen Äußerung. Begegnen wird dem Publikum die Panoramazeichnung einer gigantischen Berglandschaft und deren Umsetzungen in glänzende metallische Wandarbeiten oder ein Schwarm an Schiffchen, die in fluoreszierendem Grün am Boden leuchten und durch orange farbige Acrylarbeiten ergänzt werden. Schließlich eröffnet sich auf großformatigen Leinwänden die Weite der Steppe Kasachstans, gesehen mit dem Empfinden der Künstlerin.

Begrüßung: Dr. Gerlinde Förster
Einführung: Astrid Volpert  (Kunstwissenschaftlerin und Autorin)
Musik: Antje Thierbach (Oboe)

 

Führungen und Gespräche mit Liz Mields-Kratochwil
in der Ausstellung am

5. März | 16 Uhr
19. März | 16 Uhr

 

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G. Blendinger, Liegende am Morgen, 2006
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Linde Bischof
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Franziska Uhl
Brigitte Potter Mael
Stefani Peter
Jutta Schölzel: Sappho
Egon Bresien: Weiße Brücke
Anne-Françoise Cart | in between, 2015, Kaffeepads, Asphalt, Papier, Ölkreiden, Gold auf Bütten
Christine Düwel | Schallrosen, 2015, Wandinstallation, Schallplatten, Acryl, Stifte
Christine Düwel | Alto 1, 2010, Collage/ Zeichnung, 15 x 15 cm
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Schiffchen | 2011, Wachs, Plexiglas, fluoreszierende Folie