Gemeinschaft der Künstlerinnen und Kunstfördernden e. V.


Antje Bräuer, Kleine Riesen 15, 2008

Angela Fensch, KindFrau, Robert Diana Karoline, 2022

Adelheid Fuss, Spielfeld, 2019-20, Foto: Michael Lüder

28.01.2024 - 10.03.2024 Ausstellungen

Zurück nach vorn. Antje Bräuer, Angela Fensch, Adelheid Fuss

Galerie Kunstflügel | Seebadallee 45 | 15834 Rangsdorf
Öffnungszeiten: Do-So 14-18 Uhr und nach Vereinbarung

Unter dem Titel „Zurück nach vorn“ startet die GEDOK Brandenburg mit einer Ausstellung mit Antje Bräuer, Angela Fensch und Adelheid Fuss ins Jahr 2024, in dem sie ihren 30. Geburtstag feiert. Sie bringt drei Künstlerinnen aus dem Bereich Schmuck, Fotografie und Bildhauerei zusammen, die den Spagat zwischen Gestern und Morgen wagen.

Die Schmuckkünstlerin Antje Bräuer (*1972) hat nach einer Ausbildung als Goldschmiedin an der Burg Giebichenstein in Halle studiert und ist seit 2006 in Hohenleipisch im südlichen Brandenburg freiberuflich tätig. Sie wurde bereits während des Studiums mit Preisen geehrt und ist mit ihren Arbeiten auch international in Sammlungen vertreten. Im Umgang mit den unterschiedlichsten Materialien von Pappmaché über Draht, Holz, Titan, Silber und Gold bis Eisen und Stahl beweist sie ihr Können und spielt virtuos mit Form und Struktur. Sie folgt den Impulsen, die die Werkstoffe aussenden, und bettet sie zugleich in neue Bedeutungskontexte ein, etwa, indem sie Formen aus der Natur immer wieder neu in das jeweilige Material übersetzt. Ihre Werke sind Schmuck ebenso wie Objektkunst und lassen die Zweckbindung der angewandten Kunst weit hinter sich zurück.

Angela Fensch präsentiert Fotografien aus der Serie „KindFrau“, die Mütter mit ihren Kindern 1988, 2004 und 2022 zeigen. In ihren Porträt-Trilogien inszeniert Angela Fensch die Begegnung mit ihren Akteur*innen als Ereignis und dokumentiert zugleich das Vergehen von Zeit über mehr als drei Jahrzehnte und über einen Systemwechsel hinaus. 1952 geboren macht sie zunächst eine Ausbildung als Bibliothekarin, bevor sie über das Modeln zur Fotografie kommt. Nach der Ausbildung als Fotografin studiert sie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig und beginnt die freiberufliche Tätigkeit 1978. In der Folge erhält sie zahlreiche Aufträge und veröffentlicht in unterschiedlichen Magazinen, arbeitet an Fotoessays und Projekten und widmet sich unterschiedlichen Themenstellungen. In den 1990ern fotografiert sie „Jugendliche in der Uckermark“; seit 2000 entstehen neben anderem die Serien „Komponistinnen im Porträt“, „Weltoffen – Ausländer in der Uckermark“, „3x3“ mit Fotografien von Jugendlichen im Strafvollzug. Außerdem hat sie Arbeitsaufenthalte auf Kuba, in Georgien und in der Türkei.

Die Bildhauerin und Grafikerin Adelheid Fuss führt in ihrer Arbeit „Spielfeld“ unterschiedliche Haltungen vor. Lebensgroße Köpfe balancieren auf Körpern, die sich aus Kugeln zusammensetzen und zu schwanken scheinen. Einige Köpfe neigen sich mit geschlossenen Augen in unterschiedliche Richtungen und verstärken so den Eindruck von Instabilität und Bewegung, der in den Kugelensembles bereits angelegt ist. Eine Frauenfigur hingegen blickt uns direkt an und ist zwischen all dem Wankelmut fest und unbeirrbar. Adelheid Fuss wurde 1977 in Sibiu, Rumänien, geboren und ist seit 1987 in Hessen aufgewachsen. Sie hat Slawistik und Romanistik studiert, eine Ausbildung als Holzbildhauerin gemacht und bis 2009 an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Bildhauerei studiert. 2021 wurde sie für ihre Arbeit „Erdachtes Land“ mit dem Brandenburgischen Kunstpreis für Grafik ausgezeichnet und mit einem Katalog in der Reihe „Signifikante Signaturen“ der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gefördert.